Was beeinflusst meine Kosten?

Wichtig bei der Beitragsberechnung ist nicht nur der gewünschte Versicherungsumfang, sondern auch zahlreiche andere Kriterien, zum Beispiel wo, wer, wie oft, welches Fahrzeug fährt, wie lange schon unfallfrei gefahren wurde oder wo der Wagen geparkt wird. Die einzelnen Anbieter bewerten diese Kriterien dabei unterschiedlich – dementsprechend gibt es gravierende Unterschiede bei der Tarifkalkulation und damit auch bei den individuellen Preisen einzelner Versicherungen. Besondere Bedeutung hat aber in jedem Fall der Schadenfreiheitsrabatt.

Schadenfreiheitsklasse und Schadenfreiheitsrabatt

Einen sehr großen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie hat der Schadenfreiheitsrabatt. Dabei gilt: Je länger die oder der Versicherte schadenfrei Auto fährt, desto höher ist die SF-Klasse und desto günstiger sind Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherungen. Bei der Teilkaskoversicherung greift der SF-Rabatt nicht, weil die dort abgedeckten Schäden meist nicht durch gutes Fahrverhalten beeinflusst werden können – so etwa Sturmschäden.

Mussten Sie innerhalb der letzten Jahre beispielsweise nur Ihre Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen, ändert sich nur die SF-Klasse für die Vollkaskoversicherung. In der Kfz-Haftpflichtversicherung werden Sie dann in der Regel nicht zurückgestuft. Es gibt dabei für Autoversicherung Anbieter keine einheitliche SF-Klassentabelle. Jedes Unternehmen ordnet den einzelnen Klassen unterschiedlich hohe Beitragssätze zu.

Beispielrechnung: Ein Versicherungsnehmer ist zehn Jahre schadenfrei gefahren und gehört SF-Klasse 10 an. Versicherung A würde ihm noch 40 % der Grundprämie für je die Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung berechnen. Versicherung B hingegen berechnet ihm für beide Versicherungen je 36 %.

Die Schadenfreiheitsklasse hat insgesamt also weitaus höhere Auswirkungen auf die Tarifbildung, als etwa die Regionalklasse. Ein Kfz-versicherung Vergleich ist dementsprechend empfehlenswert und kann Ihnen sehr viel Geld sparen. Ihre eigene, aktuelle Schadenfreiheitsklasse für Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung – und gegebenenfalls Ihre Vollkaskoversicherung – finden Sie auf Ihrer aktuellen Beitragsrechnung oder bei Ihrem Auroversicherer im Online-Portal.

Hatten Sie innerhalb der letzten sieben Jahre eine Kfz-Versicherung, können Sie Ihre dortige Schadenfreiheitsklasse mit zu einem anderen Versicherer nehmen. Hatten Sie keine eigene Kfz-Versicherung, können Sie bei einigen Unternehmen Schadenfreiheitsrabatte von Dritten übernehmen, beispielsweise von Ihren Eltern. Diese Übertragung ist allerdings nicht rückgängig zu machen.

Da insbesondere Fahranfängerinnen und Fahranfänger hohe Kfz-Versicherungsbeiträge zahlen, lohnt es sich unter Umständen, deren Autos als Zweitwagen von beispielsweise den Eltern zu versichern. Dabei steigen allerdings auch die Prämien für die Eltern. Besondere Familientarife einiger Kfz-Versicherungsunternehmen können ebenfalls eine Alternative sein.

Sollten Sie ein Saisonkennzeichen haben, müssen Sie beachten, dass Sie nach einem schadenfreien Jahr nur in eine bessere SF-Klasse eingestuft werden, wenn dieses mindestens sechs Monate davon gültig ist.

Die Typklasse

In Deutschland sind etwa 30.000 verschiedene Fahrzeugmodelle zugelassen (Stand 2019). Um Beitragshöhen zu ermitteln, werden sie in Typklassen eingestuft. Veröffentlicht wird diese Einstufung vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Diese Typklassen geben Auskunft darüber, wie viele Schäden und Unfälle ein bestimmter Wagentyp hatte. Berücksichtigt werden dabei nur die Schäden, die den Kfz-Versicherungsunternehmen gemeldet worden sind, beziehungsweise die, für die eine Autoversicherung aufgekommen ist. Allgemein gilt: je weniger Schäden, desto niedriger die Typklasse, desto niedriger die Versicherungsprämie.

Es gibt dabei unterschiedliche Typklassen für je die Kfz-Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung, da verschiedenartige Schäden relevant sind. Das Typklassenverzeichnis des GDV erscheint je im Spätsommer bzw. Herbst eines Jahres. Hat sich die Typklasse Ihres Autos geändert, wird dies bei bestehenden Kfz-Versicherungsverträgen meist zum Jahreswechsel in die Tarifkalkulation eingebunden. Die Berücksichtigung der Typklassen ist dabei für Versicherungsanbieter keine gesetzliche Pflicht. Sie werden aber fast ausnahmslos bei der Tarifbildung zu Rate gezogen.

Die Regionalklasse

Die Bundesrepublik hat 413 Zulassungsbezirke für Kfz-Fahrzeuge (Stand 2019), die in Regionalklassen eingeteilt werden. Der GDV veröffentlicht einmal jährlich die neue Regionalklasseneinstufung. Bei dieser Unterteilung ist das Kriterium die Schadensbilanz der im Bezirk gemeldeten Autos – beziehungsweise die Schadensbilanz der im Bezirk gemeldeten Kfz-Versicherten – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Berücksichtigt werden dabei nur Unfall- und Autoschäden, die Kfz-Versicherungen gemeldet worden sind, beziehungsweise für die Kfz-Versicherungen aufgekommen sind. Zulassungsbezirke, die ähnliche Schadensbilanzen haben, gehören einer Regionalklasse an.

Es gibt für Kfz-Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherung unterschiedliche Klassen, da unterschiedliche Kriterien wichtig sind: Bei der Teilkaskoversicherung sind Sturm- und Hagelschäden relevant, bei der Kfz-Haftpflichtversicherung Schadensansprüche von Dritten.

Die berechneten Schadenbilanzen der Zulassungsbezirke werden versicherungsmathematisch in einen Indexwert umgerechnet, der die jeweilige Regionalklasse bestimmt.

Für die Haftpflicht gibt es 12, für die Vollkasko 9 und für die Teilkasko 16 Klassen.

Die Regionalstatistik wird einmal jährlich erstellt und berücksichtigt jeweils die Schadenfälle der letzten fünf Jahre. Regionalklassen sind wie die Typklassen für die Tarifkalkulation seitens der Kfz-Versicherer nicht verbindlich. In der Regel werden neue Regionalklassen-Einstufungen bei neuen Verträgen sofort und bei bestehenden zum Jahreswechsel berücksichtigt.

Andere Faktoren bei der Berechnung Ihrer Kosten

Je weniger Sie Ihren Pkw nutzen, desto niedriger ist auch das Unfallrisiko und somit der Beitrag. Versicherungsanbieter verwenden meist folgende Einteilung:

  • bis 3.000 km pro Jahr
  • 001 km - 6.000 km pro Jahr
  • 001 km - 9.000 km pro Jahr
  • 001 km - 12.000 km pro Jahr
  • 001 km - 15.000 km pro Jahr
  • 001 km - 20.000 km pro Jahr
  • 001 km - 25.000 km pro Jahr
  • 001 km - 30.000 km pro Jahr
  • ab 30.001 km pro Jahr

Liegt Ihre geschätzte Kilometerleistung nur geringfügig über einer bestimmten Kategorie, lohnt sich zu überdenken, ob man die Fahrleistung minimal reduzieren kann.

Nutzen Sie Ihr Auto auch gewerblich – also für Kunden- und Lieferdienste et cetera – dann fällt bei Versicherern meist ein Mehrbetrag an. Manche Unternehmen versichern nur privat genutzte Wagen.

Ist dies der Fall, erhalten Sie eventuell einen günstigeren Zweitwagentarif, und das zu versichernde Fahrzeug wird in eine günstigere SF-Klasse eingestuft. Besitzen Sie auch ein Motorrad, gewähren manche Anbieter Rabatte oder bieten Kombinationstarife an.

Ist Ihr Wagen nachts besonders sicher abgestellt, dann hat das positive Auswirkungen auf die Kaskoversicherung. Haben Sie beispielsweise eine abschließbare Garage, besteht verstärkter Schutz vor Diebstahl, Vandalismus oder Sturmschäden als auf öffentlichen, nicht überdachten Parkflächen.

Für einige Autoversicherungen stellen Punkte in Flensburg ein erhöhtes Versicherungsrisiko dar. Es gelten dabei nur die Punkte, die noch nicht erloschen sind. Haben Sie keine Punkte, können Sie niedrigere Beiträge erwarten.

Einige Unternehmen haben für Beamtinnen oder Beamte, für bestimmte Berufsgruppen, Branchen oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestimmter Firmen besondere Konditionen.

Zahlen Sie Ihren Kfz-Versicherungsbeitrag jährlich, dann gibt es bei einzelnen Anbietern verhältnismäßig hohe Rabatte. Möglich ist auch die halbjährliche oder vierteljährliche Zahlung. Nicht alle Unternehmen bieten monatliche Zahlungsweisen an.

Ihr Versicherungsbeitrag sinkt, wenn Sie auf freie Werkstattwahl verzichten und nur die Partnerwerkstätten des Autoversicherungsunternehmens in Anspruch nehmen. Fahren Sie einen Neuwagen oder einen geleasten Pkw, muss vorab jedoch geklärt werden, ob durch eine Werkstattbindung Garantieansprüche an Ihren Fahrzeughersteller gefährdet sind.

Der Besitz einer Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr wird von einigen Kfz-Versicherern positiv bewertet: Nutzen Sie regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel, fahren Sie weniger häufig während des Berufsverkehrs und haben folglich ein geringeres Unfallrisiko.

Bahncard - Unter Umständen erhalten Sie dadurch bei einigen Anbietern Rabatt